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Bedürfnisorientierung - 3 falsche Glaubenssätze dazu

Erfahren Sie, warum Bedürfnisse in der Präventionsarbeit entscheidend sind und wie Sie Ihre Projekte motivierend gestalten können.
In der Podcast-Episode 139 reden wir über die häufigsten Trugschlüsse, wenn es um bedürfnisorientierte Prävention geht. Und natürlich erkläre ich vorher, was ich damit überhaupt meine.
Nach dieser Episode können Sie besser einschätzen, wie bedürfnisorientiert Ihre Präventionsarbeit schon ist.

Kennen Sie sowas auch?

Immer wieder klagen mir Kolleginnen und Kollegen ihr Leid:Ein Kollege aus der Arbeitssicherheit hat mir erzählt, dass er sich eine super Kampagne ausgedacht hat für mehr Sicherheit auf Baustellen. Mit einem großen Konzept dahinter. Aber es kommt nicht so recht ins Laufen.
Eine Kollegin hat letztens erzählt, dass sie Workshops in einer Firma geplant hat nach einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, aber die ganzen mittleren Führungskräfte arbeiten dagegen und sagen die Termine ab.
Kennen Sie solche oder ähnliche Situationen?
Sind Sie es leid, Angebote zu machen und niemand macht mit?
Entwickeln Sie tolle Seminare, aber zu wenig Leute melden sich an?
Überlegen Sie sich super Maßnahmen, die im Arbeitsalltag nicht umgesetzt werden?
Sie haben das Gefühl immer wieder an Führungskräften und Beschäftigten vorbei zu reden?
Diese haben im Arbeitsalltag viel zu tun und wollen sich nicht auch noch im betriebliche Prävention kümmern?
Und Sie wollen nicht mit gesetzlichen Pflichten drohen, aber es passiert ja sonst nichts ... In Ihren Projekten stehen Sie immer wieder vor einer scheinbarundurchbrechbaren Mauer von "keine Zeit", "brauch ich nicht" und "leider kein Budget dafür".
Dann ist das hier genau richtig für Sie!
Schauen wir uns einen Weg an, der diese Probleme angeht:
Die bedürfnisorientierte Prävention.
Denn ich bin davon überzeugt:
Wenn wir uns nicht an den Bedürfnissen, den grundlegenden Motiven aller Beteiligten orientieren bei unseren Projekten und Aufgaben, dann wird das nichts.
Reden wir daher jetzt über die größten Trugschlüsse - oder wie man ganz modern jetzt gern sagt: die falschen Glaubenssätze über bedürfnisorientierte Prävention.

1. Falscher Glaubenssatz: "Bedürfnisse haben nur bedürftige Menschen."

(im Sinne von: wenn man professionell arbeitet, ist es egal, wie man eine Situation persönlich findet. Man muss damit umgehen können. Wir bekommen ja auch alle bezahlt dafür, uns an Regeln zu halten und unsere Aufgaben zu erledigen.)
Ich höre das regelmäßig, wenn es um die Compliance von Beschäftigten geht, z.B. bei Workshops oder Unterweisungen mitzumachen.
→ Wir haben alle Bedürfnisse! Die Psyche lässt sich nicht einfach abdrehen. Auch Erwachsene haben Bedürfnisse:
  • Nach Kontakt mit anderen
  • Nach Anerkennung & Wertschätzung
  • Nach Ordnung
  • Nach Macht und Dominanz
  • Danach, Leistung zu zeigen und kompetent zu sein
  • Nach Autonomie, also Unabhängigkeit
Die Stärke ist jeweils individuell unterschiedlich ausgeprägt und Teil der Persönlichkeit. Das ist überhaupt nichts Negatives, sondern völlig normal!

2. Falscher Glaubenssatz: "Kunde ist König. Es geht doch nicht um mich und meine eigenen Bedürfnisse."

Manche PräventionsexpertInnen stecken sich selbst immer zurück.
Der Kunde will einen kurzfristigen Termin: Dieser wird in den vollen Kalender reingequetscht. Der Kunde will einen Termin um 19:00 Uhr am Abend: Babysitting wird organisiert oder Familie wird hintenangestellt trotz schlechtem Gewissen. Der Kunde will plötzlich einen Workshop auf Englisch, obwohl man sich da nicht sattelfest fühlt: Dann lernt man halt Vokabeln mit dem unguten Bauchgefühl, dass man das eigentlich so nicht machen wollte.
Wenn es uns nicht gut geht, können wir auch keine gute Arbeit leisten (langfristig). Auch wir dürfen Bedürfnisse haben als PräventionsexpertInnen! Und die sollten wir kennen und ihnen nachgehen.

3. Falscher Glaubenssatz: "Verhaltensveränderung lässt sich vorschreiben."

(durch Regelwerk, Gesetze oder durch Androhung von Strafen)
Das ist leider Blödsinn. Menschen finden immer einen Ausweg, wenn sie wollen! Manchmal ändern sie dann nur ihr Verhalten, wenn jemand zuschaut, wie die Führungskraft oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
→ Die Lösung:
Bedürfnisorientierte Prävention! So können wir die Bedürfnisse aller Stakeholder erkennen in Gesprächen und an Verhaltensweisen. So können wir diese entsprechend berücksichtigen in Projekten, bei Maßnahmen und Interventionen.
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Hier gibt's alle Details zum Intensiv-Lehrgang "Bedürfnisorientierte Prävention":
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Feedback und Fragen an Veronika Jakl:
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Hier geht es zur Online-Akademie "Pioniere der Prävention":
Veronika Jakl

Arbeitspsychologin, Autorin ("Aktiv führen") und Gastgeberin bei den "Pionieren der Prävention".

Begleitet seit 12 Jahren Organisationen dabei motivierende Arbeitsbedingungen zu schaffen und psychische Belastungen zu reduzieren. 
Unterstützt PräventionsexpertInnen, die wirklich etwas bewegen wollen.

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